Patrick Naujoks
  Hoffnung auf Neues
 

Hoffnung auf Neues
 
„Ist das ihr erstes Werk?“ – „Nein, mein Zweites.“, antworte ich meinem Gegenüber. Er sieht überrascht aus, positiv überrascht und sagt: „Nicht schlecht, nicht schlecht. Aber es ist irgendwie nichts Neues.“ – „Was ist heutzutage schon neu? Wir leben in der Postmoderne, manche sprechen bezüglich dieser Zeit von dem Ende oder dem Ziel der Literatur.“, entgegne ich ihm, ohne selbst davon so richtig überzeugt zu sein. „Ich sehe in ihren Augen, dass ihre Zunge kontrovers gegenüber ihrem Geist spricht.“ – das ging voll ins Schwarze – „Kommen sie, wir wissen beide, dass es noch mehr gibt, dass es noch weiter geht. Das kann und darf noch nicht das Ende gewesen sein.“ Erholt von seiner Treffsicherheit kann ich wieder das Wort ergreifen: „Man kann ihnen nichts vormachen, in der Literatur, wie auch in der Psychologie. Jedoch komme ich einfach nicht drauf, zumindest noch nicht. Seit ich meine Begeisterung für die Kunst gefunden habe und später auch für das Schreiben, sehne ich mich nach etwas Neuem, etwas, das es vorher nicht gab, etwas, das eine neue Epoche einleitet und ich habe auch das Gefühl, dass ich es kann, ebenso wie jeder Andere. Nur ich bin bis jetzt noch nicht drauf gekommen. Manchmal macht es mich verrückt. Sagen sie, versuchen sie ebenfalls das Neue zu erstreben?“ Er findet schnell seine Antwort „Ich? Nein, nicht wirklich. Nicht mehr.“ Das überrascht mich. „Wieso? Ein Mann mit ihren Kenntnissen sollte es doch schaffen können.“ – „Vielleicht eben nicht. Ich habe mir im Laufe meines Lebens ein umfangreiches Wissen über die Literatur und deren Epochen angeeignet, aber ich denke mit Wissen allein kann man diese Hürde nicht überwinden. Ab jetzt ist Intuition gefragt. Außerdem fehlt mir dieses Brennen im Herzen, etwas Neues zu finden, dieses Brennen, das ich auch in ihnen sehe. Überhaupt, ich denke sie vermögen es sich ihrer Intuition in einem solchen Maße zu bedienen, dass sie es wirklich schaffen können.“ Das rührt mich sehr „Vielen Dank!“ – „Ach was, es ist doch so. Wissen sie, ich lese und kritisiere gerne und sie schreiben gerne. Dieses Werk ist vielleicht nichts wirklich Neues, aber es entfacht die Hoffnung bei vielen Lesern etwas Neues zu schaffen. Es muss ja nicht mal unbedingt in der Literatur sein. Überhaupt, das ist erst ihr zweites Werk in dieser Richtung, da kann noch viel kommen. Ich bin sicher, wir können uns noch auf so einiges von ihnen freuen.“ Meine Mundwinkel reichen bestimmt schon bis zum Himmel vor Freude. „Ich danke ihnen vielmals! ...“ – „Nein, ich danke IHNEN, dafür, dass ich sie kennen darf. Einen Rat möchte ich ihnen dennoch mit auf den Weg geben: Verlieren sie niemals ihren Glauben, den sie in sich tragen. Hören sie? Sonst ist es auch aus mit ihrer Intuition und dem Feuer im Herzen. Und so was wieder zu erlangen grenzt am kaum Möglichen.“ Da hat er schon wieder Recht. „Ich werde mir ihre Worte zu Herzen nehmen.“ – „Das freut mich mein Freund. Gott behüte sie“ – „Vielen Dank, sie ebenfalls.“ Er gibt mir meine Kurzgeschichte mit einem zuversichtlichen Lächeln wieder und ich gehe freudestrahlend und voller Hoffnung hinaus, um dem Neuem wieder ein Stückchen näher zu kommen.

 

 
   
 
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